Die Unterrichtsarbeit in der Werkstufe

In der Werkstufe leisten unsere Schülerinnen und Schüler ihre Berufsschulpflicht ab und sollen auf die zukünftige Arbeitswelt vorbereitet werden. Inhaltlich geht es dabei schwerpunktmäßig um die Bereiche Freizeiterziehung, Wohnen, Partnerschaft, Öffentlichkeit und berufliche Bildung.

Bewusst wird daher in dieser Stufe anders gearbeitet als in den übrigen Klassen:

  • Die Schülerinnen und Schüler werden wie Jugendliche bzw. junge Erwachsene behandelt.
  • Der übliche Unterrichtstakt wird aufgelöst, da die Schülerinnen und Schüler zunehmend in längerfristigen, ganz- oder halbtägigen Projekten arbeiten.
  • Die Klassenverbände werden zunehmend aufgelöst, die Schülerinnen und Schüler arbeiten vermehrt klassenübergreifend.

Aktuell gibt es in der Werkstufe folgende Projekte im Dienstleistungsbereich, an denen über 1½ Tage an den so genannten Werkstatt-Tagen gearbeitet wird:

  • Der Frühstücksdienst „Im Biss“ bietet einmal wöchentlich belegte Brötchen für die gesamte Schulgemeinschaft an und verkauft diese an zentraler Stelle im unteren Flur.
  • Der Hausmeister-Dienst „Haus-Martins“: Eine Untergruppe übernimmt Reparaturen und Entrümpelung im Haus sowie die Grünpflege im Außenbereich; die andere Untergruppe ist zuständig für den Haus-Service (Blumenpflege, Versorgung der Sanitärräume mit Papier, Seife etc.)
  • Hauswirtschaftsgruppe: diese Gruppe kocht an den Werkstatt-Tagen für alle Werkstufenschüler und -Lehrer, ist für die Wäschepflege zuständig und backt Kuchen bzw. belegt Brote auf Bestellung (Catering-Service z.B. für Konferenzen, Sitzungen der Kreisverwaltung oder für private Anfragen)

Die Teilnehmer/-innen der Gruppen wechseln jährlich, sodass jeder während der dreijährigen Werkstufen-Zeit an allen Projekten teilgenommen hat. Diese Projekte sind mittlerweile in der Schülerfirma Schlossmartins zusammengefasst. Die große Motivation und deutliche Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler, die erleben, dass sie wertvolle und geschätzte Arbeit für die Schulgemeinschaft leisten, zeigen uns, dass dies der richtige Weg ist.

Der Unterricht in Arbeitslehre erfolgt nicht nur in Hinblick auf eine mögliche Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen, sondern auch – je nach individuellen Leistungsmöglichkeiten – mit dem Ziel einer Platzierung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, z.B. in Integrationsfirmen (soweit vorhanden) oder im Rahmen unterstützter Beschäftigung. Dies entspricht dem Willen der Landesregierung und den Richtlinien unserer Schulform. In den vergangenen Jahren ist es bereits mehrfach gelungen, Schüler/innen langfristig Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Entsprechend werden seit dem Schuljahr 2007/08 verstärkt Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchgeführt und in Zusammenarbeit mit den Eltern nach möglichen Praktikumsplätzen gesucht. Auch die Struktur der Praktika (Häufigkeit, Dauer, Zeitpunkt) wurde den neuen Anforderungen angepasst.