Dieses Bild hat uns unsere Patenschule geschenkt. Es ist aus Blech und handgemalt. Zu sehen ist es neben dem Eingang unseres Schulsekretariates.

Seit circa einem Jahr haben wir eine neue Partnerschule in Kigali, Ruanda. Es gab schon reichlich schriftlichen Kontakt und in den Herbstferien 2017 fliegt eine Delegation unserer Schule, bestehend aus Frau Mannitz, Frau Linster, Frau Hoffmann und Herr Fandel, nach Ruanda um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Desweiteren werden sie dort einige Fortbildungen anbieten. Mehr zu berichten gibt es natürlich nach der Reise.

Im Situationsbericht über das Zentrum für Kinder mit Behinderung Izere Mubyeyi, des Jumelage Rheinland-Pfalz / Rwanda Koordinationsbüros Kigali steht folgendes:

Izere Mubyeyi befindet sich in der Landeshauptstadt Kigali, im Distrikt Kicukiro. Dort wurde die Grundschule, im Sektor Kanombe, 2006 von einer Gruppe Eltern gegründet, die ihren eigenen geistig behinderten Kindern Zugang zu Bildung ermöglichen wollten.
Momentan gibt es noch kein Internat an der Schule, ein Bau ist jedoch bereits geplant. Bisher besuchen nur 33 Kinder Izere Mubyeyi, welche in vier Gruppen eingeteilt sind. Die 10 Mädchen und 23 Jungen zahlen 30.000 FRW Schulgebühren (ca. 40 €) pro Trimester. Für ihre Betreuung und Förderung sind Lehrinnen und Lehrer, sowie Fachkräfte im Bereich der Physiotherapie angestellt. Zum Team gehören fünf Frauen und drei Männer.
Die Schule befindet sich noch im Aufbau, sodass bisher nur begrenzt Platz und Material vorhanden ist. Ein Zimmer dient als Empfang und Versammlungsraum, vier weitere kleine Zimmer für den Unterricht. Auβerdem kann ein groβer Raum als Büro und Lager für Unterrichtsmaterialen genutzt werden. Nahrungsmittel und, wenn auch bisher nur wenige, Kochutensilien befinden sich in einem kleinen Zimmer. Gegessen wird im Versammlungsraum. Gemüse kann zum Teil aus einem kleinen Garten bezogen werden. Für das Bewirtschaften sind sowohl die Kinder, als auch die Lehrkräfte verantwortlich. Zusätzlich hält die Schule Hasen, welche jedoch ausschlieβlich als Einnahmequelle genutzt werden. Innerhalb des Schulgebäudes befinden sich zwei Toiletten, auβerhalb eine weitere. Eine Zisterne gibt es nicht. In jedem Klassenzimmer stehen ein bis sechs Schulbänke. Da so nicht alle Kinder Platz finden, stehen weitere Sitzgelegenheiten, bestehend aus kleinen Stühlen und Tischen, zur Verfügung. Es gibt einen Wasseranschluss und der Zugriff auf Elektrizität ist ebenfalls in einem Groβteil des Gebäudes gesichert. Ein eigener Sportplatz ist noch nicht vorhanden, sodass der einer anderen Schule genutzt wird. Jedoch gibt es noch kein ausgefeiltes Konzept für den Unterricht. Bisher können nur ein paar Bälle für Spiele genutzt werden.
Die Schule ist immer wieder mit Problemen konfrontiert. Didaktisches Material ist prinzipiell vorhanden, müsste jedoch komplettiert werden. An Labormaterial fehlt es jedoch gänzlich. Ein weiteres Problem ist der Sportunterricht. Theoretisch erfährt die Izere Mubyeyi Unterstützung durch das National Paralympic Committee (NPC) und könnte einen zur Verfügung gestellten Sportraum nutzen, jedoch fehlt das Geld für die entstehenden Transportkosten. Auch die Familien haben mit Geldproblemen zu kämpfen, sodass viele Eltern die Schulgebühren nicht bezahlen können. Ein Groβteil der Eltern mit Kindern, die eine geistige Behinderung haben, sind mitellos. Einen allgemeinen Lösungsansatz vieler Probleme sieht die Schule darin, Eltern im Umgang mit ihren Kindern auszubilden und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen einkommensschaffende Aktivitäten zu starten. Auch sind die Eltern in die Physiotherapie eingebunden. Sie sollen die Übungen lernen um sie zu Hause mit Ihren Kindern durchzuführen. Hierzu sollen auch Kooperativen und Vereine gegründet werden. Perspektivisch soll eine Schule beziehungsweise ein Zentrum entstehen mit einem integrierten Internat. Kinder mit geistiger Behinderung sollen hier lernen können und besonders gefördert werden. Dazu ist langfristig ein Umzug und Neubau geplant, welcher jedoch noch nicht bestätigt ist. Das momentane Einzugsgebiet besteht ausschließlich aus den umliegenden Sektoren.
Die Partnerschaft wird als eine Möglichkeit gesehen Freundschaft mit einem deutschen Partner zu schlieβen. Letztere soll auf Korrespondenz, Ideenaustausch und Projektarbeit von Lehrkräften und Kindern basieren und dazu führen, dass man sich gegenseitig kennenlernt und unterstützt. Letztendlich wäre es zudem wünschenswert damit Bildungsmöglichkeiten für geistig behinderte Kinder gefördert werden.

Hier ein Video das während der 10 Tage unseres Besuches unsere Patenschule entstanden ist. Anlass war der Besuch einer Delegation des Landes Rheinland Pfalz mit Innenminister Roger Lewentz.

Bilder der Schule und Mitarbeitern: